Taiwans Wirtschaft und deren Bedeutung für die Schweiz

Taiwan ist ein wichtiger weltpolitischer Akteur und eine bedeutende Wirtschaftsmacht. Während das andere Länder inzwischen gemerkt haben und ihre wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zur Inselrepublik ausbauen, straft die Schweiz Taiwan weiterhin mit Nichtbeachtung.

von Maja Blumer

Wirtschaft als Teil der Geopolitik

Taiwan ist ein wichtiger weltpolitischer Akteur – in wirtschaftlicher, geographischer und sicherheitspolitischer Hinsicht. Es verfügt zusammen mit Südkorea und Japan praktisch über ein Monopol für die wichtigsten Schlüsseltechnologien der Weltkontrolliert als wichtiges Glied in der «First Island Chain» zusammen mit Südkorea und Japan den Zugang Chinas zum Pazifik bzw. zusammen mit den Philippinen den Zugang zum südchinesischen Meer[1] bis hinunter zur Strasse von Malakka und damit die wichtigsten Handelswege der Welt und verfügt über eine bezüglich Grösse und moderner Bewaffnung nicht zu unterschätzende Armee. Ungeachtet der diplomatischen Nicht-Anerkennung spielt Taiwan sowohl in politischer wie auch wirtschaftlicher Hinsicht eindeutig in der vordersten Liga mit. Es begegnet nicht nur seinen langjährigen Partnern, vorab den USA und Japan[2], auf Augenhöhe, sondern wird zunehmend auch von diversen europäischen Ländern und der EU mindestens als bedeutender Wirtschaftspartner wahrgenommen. 

Und in wirtschaftlicher Hinsicht ist Taiwan wirklich keineswegs unbedeutend. Taiwan könnte voraussichtlich 2022 die Schweiz punkto Bruttosozialprodukt überholen und damit Einzug in den Kreis der zwanzig grössten Wirtschaftsnationen der Welt halten – vorbehältlich natürlich eines Versuches der Volksrepublik Chinas, Taiwan gewaltsam zu annektieren, ein Versuch, dessen «disruptive» Auswirkungen auf die Weltwirtschaft schlicht entsetzlich wären, wie es u.a. der Direktor des FBI, Christopher Wray bei einem Treffen mit einem Treffen mit seinem britischen Amtskollegen vom MI5 im vergangenen Juli der Weltöffentlichkeit klarzumachen versuchte:

“As you all know, there’s been a lot of discussion about the potential that China may try to forcibly take over Taiwan. Were that to happen, it would represent one of the most horrific business disruptions the world has ever seen.” – FBI Director Christopher A. Wray[3]

Aktuell ist Taiwan nicht nur eine technologische Weltmacht, sondern auch eine Wirtschaftsmacht, und zwar in absoluten Zahlen und erst recht im Vergleich zur Grösse der Bevölkerung. Und vor allem eine Wirtschaftsmacht, die hochgradig mit der ganzen Welt verknüpft ist. Der internationale Handel (Importe und Exporte von Gütern und Dienstleistungen) macht beispielsweise ca. 125% des Bruttosozialprodukts aus[4]. Gemessen an den Exporten drang Taiwan 2020 bis in die Top Ten vor und liegt auch heute noch deutlich vor der Schweiz (Rang 20). Das Land ist weltweit führend in der Halbleiter- und Elektronikindustrie. Schlichtweg alternativlos ist Taiwan hinsichtlich Microchips. Die taiwanesische TSMC stellt etwa 50% der weltweit produzierten Halbleiter her, zusammen mit weiteren taiwanesischen Firmen deckt Taiwan etwa zwei Drittel des Weltmarktes ab.

Wenn es um diese Schlüsseltechnologie geht, ist durchaus denkbar, dass Taiwan in wirtschaftlicher Hinsicht wichtiger ist, als die Volksrepublik China, wo zwar alles Mögliche produziert wird, aber wenig, was nicht anderswo produziert werden könnte – zumal viele notwendige Ressourcen in China nicht in notwendiger Menge vorhanden sind.

Da die Abkoppelung der taiwanesischen von der festlandchinesischen Wirtschaft beidseitig der Taiwanstrasse längst im Gange ist[5], dürfte sich diese Frage relativ bald klären. Etliche der zu den besten Zeiten über 100’000 in Festlandchina tätigen taiwanesischen Firmen, angefangen beim grössten Hersteller von Markensportschuhen der Welt, Pou Chen Corporation, bis hin zum Apple-Zulieferer Foxconn sind längst daran, die Produktion an andere Standorte zu verlagern. Mit militärischer Gewalt wird sich eine Rückkehr wohl kaum erzwingen lassen.

Ohne Strategie kein Erfolg. Garten auf dem Yangmingshan (Bild: privat)

Wie in anderen Tigerstaaten, insbesondere Südkorea, steht hinter dem Erfolg der taiwanesischen Wirtschaft eine Strategie der taiwanesischen Regierung. 1973 wurde der National Taiwan Development Fund geschaffen, 2014 das National Development Council. Es unterstützt nicht nur die entsprechenden Infrastrukturprojekte[6], sondern schuf z.B. 2017 den Venture Capital Fonds Taiwania Capital Management Corporation, der mit öffentlichen und privaten Geldern gespiesen wird, um die «fünf plus zwei» Industriesektoren zu fördern, namentlich Biotechnologie, Medizinaltechnik, «Internet of Things», «Smart Machinery», erneuerbare Energien, Rüstung, «Neue» Landwirtschaft, «Neue» Materialien etc.[7] Insbesondere im Bereich erneuerbare Energien wurden ambitionierte Ziele gesetzt: Bereits 2025 sollen 20% der Energieversorgung mit erneuerbaren Energien sichergestellt werden, 2020 waren es 5%, wobei die rechtlichen Rahmenbedingungen bewirken sollen, dass Innovationen im Land generiert werden sollen. 

Mit dieser Weichenstellung wird klar, dass man sich in Taiwan sehr wohl bewusst ist, dass nicht nur die Gegenwart sondern auch die Zukunftsperspektiven der Wirtschaft im Auge behalten werden müssen. Die Dominanz der Microchip-Industrie wird kaum ewig anhalten, und auch der bisherige starke Fokus auf Festlandchina könnte sich mit Blick auf die sich dort derzeit verwirklichenden politischen[8], ökonomischen[9], sozialen[10] und ökologischen[11]Risiken fatal auswirken. Diese Risiken werden durch den sich verschärfenden Konflikt mit der Volksrepublik China noch akzentuiert.

Immerhin verfügt Taiwan aber noch über einige Trumpfkarten, nicht zuletzt bezüglich Faktoren, die Innovationen und nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern (Bildung, Meinungsvielfalt, Schutz des Eigentums). Dieser Vorsprung kann von der Volksrepublik nicht nicht einfach durch planstaatliche Methoden, Gehirnwäsche[12] oder (auch militärische) Gewalt wettgemacht werden. Neben der bereits erwähnten gezielten Wirtschaftspolitik gehört eine Diversifizierung der Absatz- und Beschaffungsmärkte, welche durch diplomatische Anstrengungen unterstützt wird sowie die Ansiedlung bzw. Wiederansiedlung hochwertiger Produktionssegmente, die in den letzten Jahren nach China abgewandert sind. 

Als kleines, ressourcenarmes Land setzt Taiwan auf das Humankapital seiner Bevölkerung – insbesondere die Fähigkeit der jüngeren Generation, «to explore and innovate», wie es die heutige Präsidentin Tsai Ing-wen in einer Rede an der Harvard University 2011 hervorhob, wobei es dafür offensichtlich keine «easy solutions» gibt[13]

Bildung geniesst in Taiwan einen hohen Stellenwert. Blick von der Waschküche auf der Dachterrasse eines Wohnheims der National Chengchi University. (Bild: privat)

Einige Lösungsansätze sind zu beobachten. Bildung geniesst einen hohen Stellenwert, traditionell studieren viele Taiwaner in den USA, in Japan und Europa und sprechen entsprechend gut Englisch und/oder Japanisch. Umgekehrt ziehen die taiwanesischen Universitäten zahlreiche Studenten v.a. aus benachbarten Ländern an.

Taiwan versucht auch, ausländische Spezialisten anlocken. Seit 2017 setzt Taiwan dazu auf die Taiwan Gold Card[14], welche für qualifizierte Bewerber in den Kategorien Wissenschaft und Technologie, Wirtschaft und Finanzen, Erziehung, Kultur, Kunst und Sport, Recht, Architektur und Verteidigung ein Visum mit Niederlassungsbewilligung für drei Jahre, einschliesslich Familie, eine Arbeitsbewilligung ohne Bindung an einen bestimmten Arbeitgeber sowie Steuerermässigungen vorsieht. In der Umsetzung hapert es zwar noch etwas, aber immerhin könnte das Modell zukunftsweisend sein, falls es gelingt, die Kinderkrankheiten zu beseitigen[15].

Auch der Umstand, dass sich Taiwan bis 2030 offiziell zweisprachigen Land entwickeln will (Mandarin und English) könnte für die internationale Wettbewerbsfähigkeit vorteilhaft sein. Neben der Politik spielen auch «weiche» Faktoren wie Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr und die Willkommenskultur eine Rolle, die bewirken, dass Taiwan in den Rankings von Expats regelmässig in den vordersten Rängen zu finden sind[16].

Wirtschaftskrieg und Kriegswirtschaft

Während die Welt gebannt auf die Bildschirme starrte, in Festlandchina die Sirenen heulten und die Volksrepublik China in Militärmanövern sowohl auf dem Festland als auch über und um Taiwan seine militärische Macht demonstrierte, nahm das wirtschaftliche Leben auf der Insel seinen gewohnten Lauf. Schiffe stachen in den See oder liefen in den Hafen ein, Flugzeuge starteten und landeten, und die Menschen gingen zur Arbeit wie gewohnt. Präsidentin Tsai Ing-wen, die immerhin das Kommando über 1’831’800 Soldaten hat, machte bei ihrer Ansprache zu den Aktionen der Volksbefreiungsarmee den Eindruck, als sei sie an ihre Universität zurückgekehrt, um eine Vorlesung zu halten (vor ihrer politischen Tätigkeit war sie Professorin für Handelsrecht)[17]. Das taiwanesische Militär feuerte zwar Salven ab, aber das bloss zur Begrüssung und zur Feier des Geburtstags von Premierminister Gonsalves, der Taiwan einen Staatsbesuch abstattete[18]

Die scheinbare stoische Ruhe der Taiwaner liegt zum einen daran, dass Taiwan seit mehr als 70 Jahren mit Drohungen und Bombardements von der Volksrepublik China irgendwie umzugehen hat – wir zählen ja auch schon die vierte «Taiwan Strait Crisis». Zum anderen würden die Taiwaner keinen Fuss mehr aus dem Haus setzen, wenn sie nicht mit Dingen wie Erdbeben, Taifunen, Viren wie Mers, tieffliegenden Eulen (Bild) usw. umzugehen wüssten.

Taiwaner wissen mit Gefahren wie Tieffliegenden Eulen umzugehen. Strassenschild im Yangmingshan Nationalpark. (Bild: privat)

Es gibt aber noch einen anderen Grund: Kriege werden heutzutage längst nicht mehr um Territorien geführt, sondern es geht um Geld, Öl, und Finanzen. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich auch nur annähernd verstehen, weshalb die Volksrepublik China auf den Besuch Pelosis so harsch reagierte.

Ein chinesischer Hardliner, Xie Maosong, angeblich ein «Senior Researcher» am «National Institute of Strategic Studies» an der Tsinghua University, verglich den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor. Wenn wir es (aus chinesischer Sicht) mit einem Ereignis dieser Grössenordnung zu tun haben, reichen natürlich ein paar Militärübungen, welche lediglich als Retourkutsche für die wahrgenommene Erniedrigung dienten[19], natürlich nicht. Vielmehr dienten sie, so Xie, die Machbarkeit einer See- und Luftblockade zu erproben und so Wege zu finden Taiwan wirtschaftlich von der Welt abzuschneiden. Die Militärmanöver, die am 7. August hätten zu Ende gehen sollen, waren demnach nur eine «kurze Blockade» um Taiwan die Möglichkeit zu geben, sich den Wünschen Beijings zu fügen; falls sich die taiwanesische Regierung weiterhin widerspenstig zeigen sollte, würde man Taiwan vom Nachschub abschneiden, insbesondere was Öl und Gas betrifft. Taiwan soll de facto unter Kontrolle gebracht werden, indem man einfach die Medianlinie in der Taiwanstrasse und die Air Defense Identification Zone (ADIZ) «auslöscht» und gleichzeitig natürlich der Zugang und die Hilfeleistungen auf der von China abgewandten Seite verhindert[20]

Dass dies keine Hirngespinste sind, zeigt sich daran, dass die «Militärübungen» fortgesetzt werden sollen bzw. bis hinauf in die Bohai ausgedehnt werden sollen. Wo bzw. gegen wen (nebst den Japan, das bereits beschossen wurde, auch gegen Südkorea?) diese «Übungen» genau stattfinden sollen, wird ebensowenig gesagt wie für wie lange[21]. Zuletzt wurden in der Nähe von Taiwan Angriffe auf Schiffe und Flugzeuge geübt, welche die Blockade brechen wollen[22]. Bekannt ist auch, dass die VR China Lieferungen blockiert, die mit «R.O.C.», «Taiwan» oder mit «Republic of China» adressiert sind[23]; ob und wie diese Regelung auch international durchgesetzt werden soll (wie das z.B. bei diversen internationalen Anlässen, Unternehmen und internationalen Organisationen geschah) ist offen. 

Klar ist auch, wer die ultimative Entscheidungsgewalt in der Volksrepublik China hat: diese dürfte aufgrund des im Juni erlassenen «Notfall-Notfallgesetzes»[24] allein beim Präsidenten bzw. Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas Xi Jinping liegen, der sich in Schweigen hüllt. Die von Xie skizzierten Pläne schliessen einen Angriffskrieg auf Taiwan im Sinne einer Invasion mit Bomben, Panzern und hunderttausenden von Soldaten nicht aus. Aber Xie’s Ausführungen rücken eine eigentlich hinlänglich bekannte, eingangs erwähnte, aber gerne ignorierte Tatsache in den Vordergrund, nämlich  dass es heute in einem Krieg längst nicht nur um Territorien geht, und nicht mehr einfach nur Truppenstärken verglichen, Atomsprengköpfe gezählt und die Zahl von Panzern addiert werden können, um die Risiken eines Kriegs einzuschätzen.

Lee Young-Mi, der Autor eines koreanischen TV-Dramas, das sich um die Asian Financial Crisis dreht, brachte es wie folgt auf den Punkt:

In the past, war was all about fighting with guns and swords, it was about killing each other. Of course, there are nuclear bombs and missiles. But they don’t exist so we can go to war. They exist so we don’t go to war. These days, war is about money, oil, and finance. – Lee Young-Mi, Money Game (머니게임), ep 6[25]

Das hochkomplexe Thema Öl lassen wir einmal beiseite. Sowohl die Volksrepublik China als auch Taiwan haben nicht genug Ölreserven, um den eigenen Bedarf zu decken und sind entsprechend auf Geld bzw. Finanzen angewiesen, um die Ressourcen zu kaufen und auch die Handelswege zu sichern. 

Wie aber steht es in Taiwan um Geld und Finanzen? Die Datenlage ist unbefriedigend. Hier rächt sich, dass Taiwan als Paria behandelt wird. In vielen Statistiken erscheint Taiwan gar nicht, weil Taiwan den entsprechenden internatonalen Organisationen nicht angehört (z.B. IMF) und wenn Taiwan doch in einer Statistik aufscheint, dann wagen sich viele Experten nicht darüber zu äussern, weil sie fürchten, damit den Zorn der Volksrepublik China auf sich zu ziehen. 

Bezüglich Finanzdingen besteht in Taiwan weniger Offenheit als bezüglich der Bettwäsche dieser Familie. Strassenszene in Taipei. (Bild: privat)

Eine wichtige Kerngrösse sind z.B. die Fremdwährungsreserven eines Landes. Die sogenannten Forex-Reserven Taiwans stiegen im Juni 2022 gegenüber dem Vormonat um US$109 Millionen und beliefen sich auf US$ 549 Milliarden[26]. Taiwan hat damit nach wie vor die viertgrössten Forex-Reserven[27] der Welt, nach China (US$ 3’071 Mia.), Japan (US$ 1’188 Mia.[28]) und der Schweiz (US$ 884 Mia.[29])[30]

Insgesamt stiegen die Forex-Reserven in Taiwan relativ moderat, von USD 382 Mia. im Jahr 2010 auf USD 426 Mia. 2015 und USD 530 Mia. im Jahr 2020[31]. In der Schweiz explodierten die Fremdwährungsreserven der Schweizerischen Nationalbank dagegen von unter CHF 200 Mia. auf ca. CHF 500 Mia. 2015 und stiegen 2021 auf fast 1’000 Mia.[32]. Die Forex-Reserven der Volksrepublik China befindet sich schon seit 2014, als sie rund USD 4’000 Mia. erreichten, im Sinkflug und pendelten sich bei ca. USD 3’000 Mia. ein[33].  

Ein weiteres Thema, welches bereits in der Asian Financial Crisis eine Rolle spielt, ist das sogenannte «Hot Money», spekulative Anlage, die in ein Land strömen und beim ersten Anzeichen einer Krise wieder abgezogen werden. Bekannt ist, dass sich die Volksrepublik China der Gefahr dieses Hot Money bewusst ist und entsprechende Kapitalverkehrskontrollen eingerichtet hat und z.B. auch den Zugang zum Aktienmarkt und für Investitionen stark beschränkt. Die Lage ist bezüglich Taiwan weniger klar. An der Börse in Taiwan war im Juni 2022 ein Exodus der ausländischen Anleger zu beobachten, der Taiex, der Index der Taiwan Stock Exchange (TWSE) sank um 11,79%[34]. Im Juli 2022 setzte sich der Exodus der ausländischen Investoren fort[35].

Ein weiterer Aspekt ist die Verschuldung. Hier sind vor allem die Zahlen aus der Volksrepublik China erschreckend. Die Schulden im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt sollen gemäss dem chinesischen Plan im Jahr 2022 um 11,3% auf 275% steigen[36]. Zunehmend stellt sich zunehmend die Frage, ob diese Schulden noch «produktiv» sind, d.h. einen Mehrwert generieren, oder ob sie die soziale Stabilität gefährden, und damit das Risiko eines Krieges erhöhen. Verlässliche Zahlen bezüglich Taiwan sind schwer zu finden, bekannt ist, dass die Staatsverschuldung entsprechend ca. 33% des Bruttosozialproduktes relativ gering ist, während diese in der Volksrepublik China steil angestiegen ist.

Neben der Höhe der Verschuldung spielt es auch eine Rolle, ob diese kurz oder langfristig sind. Hier fällt auf, dass die kurzfristigen Schulden in der Volksrepublik China geradezu explodiert sind. Die Entwicklung in Taiwan ist dagegen vergleichsweise moderat.

Wenn es ums Geld geht, ist auch der Handel ein Thema – für das exportorientierte Taiwan natürlich viel mehr als für die Volksrepublik mit ihrem riesigen Binnenmarkt. Auch hier sind die zur Verfügung stehenden Zahlen alles andere als verlässlich, obwohl Taiwan ein Mitglied der WTO ist. 

Betrachten wir einmal den Handel in der Volksrepublik China: Hier machte es Schlagzeilen, dass Chinas Handel mit Russland in den ersten sieben Monaten 2022 gegenüber dem Vorjahr um 29% zunahm. Im Juli 2022 exportierte die Volksrepublik Waren im Wert von US$ 6,77 Mia. nach Russland und importierte von dort Waren im Betrag von USD 10,01 Mia. Weltweit nahmen die Exporte Chinas im Juli 2022 nach offiziellen Angaben gegenüber dem Vorjahr um 18% zu[37]

Bezüglich der Handelszahlen der Volksrepublik China ist allerdings grösste Vorsicht angesagt. In den von den verschiedenen Ministerien der Volksrepublik China veröffentlichten Daten bestehen seit längerem unerklärliche Diskrepanzen[38], nicht erst, seit trotz rekordhohen Exporten aus China und rekordhohen Importen in den Empfängerländern angeblich Nachschubprobleme bestanden haben sollen, die zu Inflation geführt haben sollen. Ungeklärt ist auch, wie es gekommen ist, dass unverändert Rekordmengen exportiert wurden, während in Shanghai und anderswo wochenlange «Lockdowns» angeordnet worden sein sollen. Ähnliche Diskrepanzen ergeben sich bezüglich der Exporte nach Russland, die nach dem Ausbruch des Ukrainekriegs eingebrochen sein sollen, weil die chinesischen Exporteure (vorübergehend?) Zurückhaltung geübt haben sollen[39], was sich mit der genannten Steigerung um 29% nicht ganz vereinbaren lässt, zumal auch 2021 die Exporte Chinas nach Russland in die Höhe kletterten.

Taiwans Rolle im internationalen Handel

Auch bei den Zahlen aus Taiwan sind vor dem Hintergrund der Rolle der Wirtschaft in Kriegen[40] und im Anbetracht der Ächtung Taiwans in internationalen Gremien Vorbehalte angebracht. Einige Rückschlüsse können aus den Handelszahlen gleichwohl gezogen werden.

Am 8. August 2022 vermeldete Taiwan für den Monat Juli zum fünfundzwanzigsten Mal im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Exporte. Zudem waren es mit US$ 43,32 Mia. auch die zweithöchsten Exporte innerhalb eines Monats überhaupt (der höchste Wert wurde im März 2022 mit US$ 43,5 Mia. im März verzeichnet). Ein Stück weit decken sich diese Zahlen mit den Berichten aus Taiwan, dass die Wirtschaft im Allgemeinen und auch der Immobilienmarkt in den letzten zwei Jahren boomte, während der Rest der Welt nach dem Vorbild Chinas die von der WHO empfohlenen Massnahmen umsetzte. (Nebenbei: Ist das ein Beweis dafür, dass sich Bildungsinvestitionen auszahlen? Jedenfalls verfügt der taiwanesische Vizepräsident über einen Masterabschluss in Public Health von der Harvard University). Aber auch hier bestehen gewisse Unstimmigkeiten. Nicht ganz klar ist, wer die Rekordmengen an Mikrochips gekauft haben soll, welche dann z.B. in der Automobilindustrie doch gefehlt haben. Eine Erklärung wäre, dass diese irgendwo gehortet werden, was nicht für ein nachhaltiges Wachstum des taiwanesischen Aussenhandels sprechen würde.

Für die ersten sieben Monate 2022 vermeldete Taiwan Exporte von US$ 289,97, 18,4% mehr als im Vorjahr. Die Exporte nach Festlandchina nahmen innerhalb eines Jahres lediglich um 3% zu, Festlandchina blieb aber mit einem Exportanteil von 37% immer noch der mit Abstand wichtigste Handelspartner Taiwans. Die ASEAN-Länder blieben die zweitwichtigste Exportdestination, die Exporte verzeichneten hier ein Plus von 21% gegenüber dem Vorjahr. Die Exporte in die USA nahmen sogar um 24,8% zu. Der Zuwachs der Exporte nach Europa blieb dagegen mit 3,5% bescheiden[41].

Angesichts der zum Teil enormen Zuwachsraten und angesichts der Zunahme der Handelssanktionen der VR China muss angenommen werden, dass in naher Zukunft bezüglich des Handels von und mit Taiwan kein Stein auf dem anderen bleiben wird. 

Für den Fall einer raschen Deeskalation der «4th Taiwan Strait Crisis»[42] präsentiert sich der status quo bezüglich der Handelspartner Taiwans wie folgt: 

2020 exportierte Taiwan insgesamt Waren im Wert von US$ 374 Mia. und war bezüglich der Exporte weltweit auf Platz 10[43]. 2010 betrugen die taiwanesischen Exporte noch US$ 285 Mia., d.h. es war in dieser Zeit ein Zuwachs von 31% zu verzeichnen[44].

Wichtigste Exportdestinationen Taiwans waren 2020[45]:

  1. Festlandchina (VR China, Hong Kong[46] und Macau): 41%
  2. USA: 14,6%
  3. Singapore: 6,64%
  4. Japan: 6,49%
  5. Südkorea: 4,31%
  6. Vietnam: 3,07%
  7. Malaysia: 2,69%
  8. Deutschland: 2,12%
  9. Thailand: 1,72%
  10. Niederlande: 1,55%

Hinsichtlich des Zuwachses der taiwanesischen Exporte zwischen 2010 und 2020 ergibt sich folgendes Bild (verzeichnet sind nur Staaten mit einem einigermassen signifikanten Exportvolumen)[47]:

  1. Irland: 168%
  2. Brunei: 119%
  3. Mexico: 107%
  4. Portugal: 105%
  5. Burma: 93,1
  6. Schweiz: 91,2%
  7. Singapore: 79,2%
  8. USA: 64,1%
  9. Malaysia 59,9%
  10. Südkorea: 58,9%

2020 betrugen die Importe nach Taiwan US$ 259 Mia., Taiwan lag damit weltweit als Importdestination auf Platz 20. Gegenüber 2010 nahmen die Importe 2020 leicht ab.

Die taiwanesischen Importe stammten vorwiegend aus folgenden Ländern[48]:

  1. VR China: 23,5%
  2. Japan: 16,5%
  3. USA: 11,2%
  4. Südkorea: 6,73%
  5. Singapore: 4,3%
  6. Malaysia: 3,25%
  7. Deutschland: 3,66%
  8. Australien: 2,81%
  9. Niederlande: 2,73%
  10. Vietnam: 1,89%

Die grössten Zuwachsraten bei den taiwanesischen Importen verzeichneten zwischen 2010 und 2020:

  1. Mexiko: 810%
  2. Portugal: 353%
  3. Vietnam: 221%
  4. Irland: 152%
  5. Tschechien: 147%
  6. Niederlande: 113%
  7. Ungarn: 109%
  8. Türkei: 97,2%
  9. Griechenland: 96,8%
  10. Luxemburg: 82,4%

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Taiwan – verkanntes Potential?

Der direkte bilaterale Handel zwischen der Schweiz und Taiwan ist absolut vernachlässigbar. Die schweizerischen Ausfuhren aus Konjunktursicht (d.h. ohne Gold und dgl.) nach Taiwan beliefen sich 2021 zwar im Mehrjahresvergleich auf rekordhohe CHF 2’159 Mio., die Importe aus Taiwan als Ursprungsland CHF 1’553 Mio.[49] , waren aber im Vergleich zur Volksrepublik China[50] nach wie vor kaum der Rede wert. 

Änderungen sind derzeit sehr schwer zu prognostizieren. Der Handel mit Taiwan machte im ersten Halbjahr 2022 auf Monatsbasis betrachtet lediglich zwischen 0,58% und 1,00% der Gesamtexporte der Schweiz aus (zum Vergleich: in Festlandchina schwankten die Zahlen zwischen 3,81% und 5.92%), bei den Importen aus Taiwan schwankte der Anteil an den Gesamtimporten der Schweiz zwischen 0,67% und 0,87% (Festlandchina: 7,36% bis 9,08%)[51].

Die Frage ist allerdings erstens, ob das so bleibt. Wie bereits erläutert, gab es seit März 2021 bei den taiwanesischen Exporten nur noch eine Richtung: steil nach oben. Die taiwanesischen Exporte in die Schweiz legten 2021 gegenüber dem Vorjahr um 26% zu. Bereits zwischen 2010 und 2020 steigerte Taiwan seine Exporte in die Schweiz wie bereits erwähnt um 91,1%. Ob sich die Tendenz 2022 fortsetzt, ist ungeachtet einer allfälligen militärischen Eskalation zweifelhaft. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Volksrepublik China Druck ausüben wird, um das rasante Exportwachstum Taiwans einzudämmen, und im Fall der Schweiz hat sie dank des Freihandelsabkommens ein zusätzliches Druckmittel. Zudem ist keineswegs sicher, dass Taiwan überhaupt Zeit und Interesse hat, die Handelsbeziehungen zur Schweiz zu verbessern, geben sich doch derzeit Emissäre aus ganz Europa derzeit im Präsidentenpalast in Taipei die Klinke in die Hand.

In die umgekehrte Richtung sieht die Lage noch schlechter aus. Die Schweiz konnte ihre Exporte nach Taiwan zwar zwischen 2010 und 2020 um 54,8% steigern, was zunächst beeindruckend klingt, zumal die schweizerischen Exporte nach Festlandchina in derselben Zeit auch nur um 52,97% stiegen[52] und seit dem Inkrafttreten der Freihandelsabkommen mit der VR China und Hong Kong sogar dahinschmelzten wie Schnee an der Sonne (-5,72% gegenüber VR China bzw. -72,9% gegenüber Hong Kong im Zeitraum von 2014 bis 2020)[53]. Wenn man aber sieht, wie andere Länder bei den Exporten nach Taiwan zugelegt haben, werden diese Erfolge der Schweizer Exportwirtschaft in Taiwan doch stark relativiert. Hinzu kommt, dass bezüglich des nicht unbedeutenden Segments von Luxusuhren viele Käufer ihre Schweizer Uhr zwar in Taipei kauften, aber längst nicht alle Käufer Taiwaner waren, sondern viele als Touristen aus Festland gekommen waren. Diese werden wohl für einige Zeit keinen Schritt auf die Insel setzen dürfen.

Wenn wir schon bei den Touristen sind: die Reisefreudigkeit der Taiwaner kannte jedenfalls bis Ende 2019, als Taiwan als erstes Land, die Grenzen schloss, keine Grenzen, zumal die Taiwaner für die Einreise in den Schengenraum kein Visa benötigen. 2019 wurden in der Schweiz 171’509 Ankünfte und 261’945 Logiernächte von Taiwanern verzeichnet (Taiwan lag damit auf Platz 14 der ausländischen Ankünfte). Die Volksrepublik China ist zwar bevölkerungsmässig um 60 Mal grösser, verzeichnete im selben Jahr lediglich 1’008’800 Ankünfte und 1’392’034 Logiernächte – zum Glück, ist man an gewissen Destinationen in der Schweiz schon lange an die Grenze des Erträglichen gestossen, und auch der Umstand dass 72,6% der Visaanträge für Touristenvisa für den Schengenraum aus China stammten, bringt Risiken, denn die Schweiz müsste eigentlich auch sicherstellen, dass die entsprechenden Regeln eingehalten werden. Im Bereich des Tourismus wäre dringend zu klären, ob eher ein quantitatives oder eher ein qualitatives Wachstum angestrebt wird, und ob man Klumpenrisiken eingehen will oder nicht[54].

Taiwaner reisen nicht nur im eigenen Land gerne. Kirschblüte auf dem Yangmingshan. (Bild: Privat)

Noch von geringerer Bedeutung als der bilaterale Handel sind die gegenseitigen Investitionen. Schweizerische Unternehmen haben in Taiwan zwischen 1952 und 2020 USD 1,021 Mia. investiert, in umgekehrter Richtung sind es gerade einmal USD 210 Mio[55]. Zum Vergleich: an der taiwanesischen Börse sind Aktien im Wert von ca. US$ 1,8 Billionen gelistet, an der Schweizer Börse SIX US$1,95 Billionen. Allein die Marktkapitalisierung von TSMC macht CHF 421 Mia. aus.

Das Manko an bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Taiwan zeigt sich an der Zahl der «Expats». Ende 2021 lebten nach Auskunft des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bzw. dem Bundesamt für Statistik lediglich 346 Schweizerinnen und Schweizer in Taiwan[56], lediglich rund 111 Schweizer Firmen sind dort ansässig[57].. Im Vergleich dazu waren 2’870 Schweizerinnen und Schweizer bei der Schweizer Botschaft in Singapur registriert und mehr als 400 Schweizer Firmen waren im Stadtstaat vertreten[58]. Verlässliche Zahlen bezüglich der Volksrepublik China sind derzeit nicht verfügbar, Ende 2021 wurde die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer in Festlandchina (inklusive Hongkong) mit 2’981 beziffert. Diese Zahl derjenigen, die noch auf dem chinesischen Festland ausharren, per Ende 2021 waren es angeblich 1’104 Schweizer Bürger, dürfte sich inzwischen drastisch und dauerhaft reduziert haben, aber die Zahl dürfte diejenigen der Schweizer in Taiwan nach wie vor deutlich übersteigen.

Die Verbesserung der Beziehungen zu Taiwan wurde in der Schweiz immer wieder auf die lange Bank geschoben. Strassenszene auf dem Yangmingshan. (Bild: privat)

Natürlich könnte man sagen, dass ein unausgeschöpftes Potential besteht und die Beziehungen zu Taiwan verbessern könnte, um mindestens die Möglichkeiten des taiwanesischen Exportmarktes auszuschöpfen und das Risiko zu vermeiden, von wichtigen Importen abgeschnitten zu werden. Das bedürfte allerdings schon einiger Aufbauarbeit von Seiten der Wirtschaft und der Politik. Die Verbesserung der Beziehungen zu Taiwan wurde in der Schweiz immer wieder mit billigen Ausflüchten auf die lange Bank geschoben. Nun dürfte es dafür zu spät sein. 


Dr. iur. Maja Blumer, LL.M. (Tsinghua) hat von 2008 bis 2009 an der Tsinghua University in Beijing chinesisches Recht studiert und von 2013 bis 2014 an der Beijing Language and Culture University sowie von 2014 bis 2015 an der National Chengchi University (NCCU) in Taipei die chinesische Sprache studiert. Die vorstehenden Ausführungen geben lediglich die getätigten Recherchen und Erfahrungen der Autorin wider und widerspiegeln weder die Meinung einer bestimmten Person, Institution noch einer Regierung.


[1] Anders als die Volksrepublik China könnte die Republik China unter Umständen tatsächlich erfolgreich völkerrechtliche gesicherte Ansprüche auf die Parcel- und Spratly-Inseln erheben (https://www.researchgate.net/publication/313566225_Territorial_Disputes_in_the_South_China_Sea_under_the_San_Francisco_Peace_Treaty).

[2] Insbesondere der ehemalige japanische Premierminister Shinzo Abe stellte sich offen auf die Seite Taiwans und forderte ein Ende der «stategischen Zweideutigkeit», weshalb ihm vom Sprecher des chinesischen Aussenministeriums Wang Wenbin ein Blutbad prophezeite (wörtlich: 必将碰得头破血流, Bìjiāng pèng de tóupòxuèliú, wird unvermeidlich seinen Kopf einschlagen und bluten), eine Wortwahl die bei den Sprechern des chinesischen Aussenministeriums diverse Male erscheint (zuletzt am 11. August 2022), die direkt aus dem Mund von Präsident Xi Jinping stammt (https://news.ifeng.com/c/87W3OzVDDs2). Wie sich die diplomatischen Beziehungen zwischen China und Japan entwickeln, nachdem sich die Prophezeiung verwirklicht hat, ist ungewiss. Jedenfalls reiste mit dem tawanesischen Vizepräsidenten William Lai nach Japan, um an der Beerdigung von Shinzo Abe teilzunehmen, wo er an der Seite einer bekannten Menschenrechtsaktivistin und engen Vertrauten von Abe gesehen wurde. Die VR China protestierte.

[3] https://www.washingtonpost.com/national-security/2022/07/06/china-taiwan-fbi-wray-sanctions/

[4] Im Vergleich dazu beträgt die trade-to-GDP-ratio in der Schweiz vergleichbare 119%, in China dagegen aufgrund des grossen Binnenmarktes inzwischen lediglich ca. 35%.

[5] Auf taiwanesischer Seite handelt es sich um eine bewusste Strategie, die auch offen kommuniziert wurde, so z.B. durch Präsidentin Tsai Ing-wen in einem Interview auf BBC nach ihrer Wiederwahl 2020 (https://www.youtube.com/watch?v=cFdnygITNog).

[6] https://www.youtube.com/c/Asianometry/videos

[7] https://www.ndc.gov.tw/en/cp.aspx?n=4BEEF51EB5F1EC40&s=254B0D7FCF14547D

[8] Beispielsweise das Wegbrechen rechtsstaatlicher Strukturen wie der Amtszeitbeschränkung für den Präsidenten, Zunahme der Zensur und Unterdrückung der Meinungsvielfalt etc.

[9] Beispielsweise die Immobilienblase und -kollaps, Lahmlegung der Wirtschaft im Namen der Zero Covid Policy, Bankenkrise, fehlende Steuerbasis etc.

[10] Beispielsweise demographischer Kollaps, Überalterung, Arbeitslosigkeit, soziale Ungleichheit, fehlende soziale Sicherheitsnetze etc.

[11] Beispielsweise Wasserverschmutzung und -mangel, Luftverschmutzung, Zerstörung fruchtbaren Bodens.

[12] Was der Volksrepublik China nach der erfolgten Annektion vorschwebt, hat der chinesische Botschafter in Frankreich erklärt: die taiwanesische Bevölkerung soll umerzogen und zu Patrioten gemacht werden (https://www.youtube.com/watch?v=A1vg3zYfaL8); er hat diese Idee in einem weiteren Interview bestätigt, wobei diese auch die in der VR China ebenfalls diskutierte «Endlösung» – nach dem Motto «die Insel behalten, das Volk liquidieren» (“留岛不留人” , liú dǎo bù liú rén) – verstanden werden könnte (https://thediplomat.com/2022/08/chinas-new-white-paper-lays-out-vision-for-post-reunification-taiwan/).

[13] https://www.youtube.com/watch?v=47skqQNP25M

[14] Die Taiwan Gold Card ist teil des «Act for the Recruitment and Employment of Foreign Professional Talent», welcher im Oktober 2017 in Kraft gesetzt wurde.

[15] https://meet-global.bnext.com.tw/articles/view/47723

[16] https://www.internations.org/expat-insider/2022/best-and-worst-places-for-expats-40242

[17] https://www.youtube.com/watch?v=MkD-awRsSXM

[18] https://www.youtube.com/watch?v=0xhpVQYZNg8. Gleichzeitig traf auch die Litauische Vizeministerin für Transport und Verkehr in Taiwan ein, um Handelsgespräche zu führen (https://www.fmprc.gov.cn/mfa_eng/xwfw_665399/s2510_665401/202208/t20220811_10741637.html)

[19] Diejenigen, die am 7. August hätten ein Ende nehmen sollen, waren offensichtlich nur ein Auftakt, auch das chinesische Aussenministerium wusste keinen Aufschluss über Zweck und Dauer der seither angekündigten Militärübungen zu geben (https://sumin.lrv.lt/en/news/deputy-minister-of-transport-and-communications-a-vaiciukeviciute-visiting-taiwan-to-discuss-economic-cooperation-in-the-field-of-transport-and-prospects-for-technological-exchanges).

[20] https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4620663

[21] Dass die Volksbefreiungsarmee plötzlich am 10. August 2022 bekanntgab, die Militärübungen seien nun beendet, nachdem gleichentags 17 von 36 chinesischen Kampfflugzeugen die Medianline in der Taiwanstrasse überschritten haben (https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4622413) und tags darauf deren 11 von 21 (https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4623545), ist nicht unbedingt als vertrauensbildende Massnahme zu werten, zumal die Kriegsvorbereitungen fortgesetzt werden sollen (https://www.theguardian.com/world/2022/aug/10/china-halts-military-drills-around-taiwan-but-war-preparation-continues).

[22] https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4622016

[23] https://www.taiwannews.com.tw/en/news/4621670

[24] https://fajus.com/2022/06/14/das-chinesische-notfall-notfallgesetz/

[25] Koreanische TV-Serie, tvN 2020 (https://asianwiki.com/Money_Game)

[26] https://www.cbc.gov.tw/en/cp-699-153183-9e70a-2.html

[27] Ohne Berücksichtigung von Gold, Sonderziehungsrechten beim IMF, Reserven beim IMF und dgl.

[28] https://www.mof.go.jp/english/policy/international_policy/reference/official_reserve_assets/e0406.html

[29] https://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20220729/source/pre_20220729.de.pdf. Da der Schweizerfranken just per Ende Juni einen eigenartigen Taucher machte, wird davon ausgegangen, dass von einem Kurs 1:1 auszugehen ist (die SNB weist ihre Zahlen in Franken aus). Per 31. Dezember 2021 machten die Fremdwährungsreserven der SNB CHF 966 Mia. aus, zum damaligen Kurs des USD von ca. 1.10 also USD 1’063 Mia.

[30] https://focustaiwan.tw/business/202207060009

[31] https://www.statista.com/statistics/949923/taiwan-foreign-exchange-reserves/

[32] https://zuberbuehler-associates.ch/blog/?p=2258

[33] https://econbrowser.com/archives/2017/01/chinese-forex-reserves-continue-declining

[34] https://focustaiwan.tw/business/202207060009

[35] https://www.taipeitimes.com/News/biz/archives/2022/08/06/2003783036

[36] https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-07-06/china-s-debt-to-climb-to-record-in-2022-government-adviser-says

[37] https://www.reuters.com/markets/asia/chinas-export-growth-gains-steam-despite-weakening-global-demand-2022-08-07/

[38] https://www.zerohedge.com/markets/something-just-doesnt-add-chinese-trade-data

[39] https://www.chinamacro.ch/post/is-china-circumventing-western-sanctions-to-support-russia

[40] Dies schliesst konventionelle Kriege ebenso ein wie hybride Kriege und Handelskriege und «kalte» Kriege.

[41] https://focustaiwan.tw/business/202208080021.

[42] An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass die aktuelle Krise nicht unbedingt mit der «3rd Taiwan Strait Crisis» von 1995 bis 1996 verglichen werden, zumal die Volksrepublik China damals ein Interesse hatte, die Übernahme von Hong Kong 1997 nicht zu gefährden und die wirtschaftliche Situation eine ganz andere war.

[43] https://oec.world

[44] https://oec.world

[45] https://oec.world

[46] Hong Kong hat in einem Handelskrieg zwischen Taiwan und der Volksrepublik keine Autonomie, die Handelsbeziehungen zu Taiwan aufrecht zu erhalten, dies umso mehr, als die vor vierzig Jahren formulierte Idee eines «One Country, Two System» in einem am 10. August 2022 von der Kommunistischen Partei Chinas veröffentlichten «White Paper» de facto endgültig ad acta gelegt wurde (https://thediplomat.com/2022/08/chinas-new-white-paper-lays-out-vision-for-post-reunification-taiwan/).

[47] https://oec.world

[48] https://oec.world

[49] https://www.gate.ezv.admin.ch/swissimpex/public/bereiche/waren/result.xhtml

[50] Im Vergleich dazu betrugen die Schweizer Exporte in die Volksrepublik China inkl. Hong Kong CHF 39’745 Mio. im Jahr 2021 und lagen damit knapp unter dem Zehnjahresdurchschnitt von CHF 39’745 Mio.

[51] https://www.gate.ezv.admin.ch/swissimpex/public/bereiche/waren/result.xhtml,

[52] https://oec.world/en/profile/country/che?marketGrowthViewSelector=marketGrowthViewOption1&deltaTimeSelector1=deltaTime10

[53] https://oec.world/en/profile/country/che?deltaTimeSelector1=deltaTime6&marketGrowthViewSelector=marketGrowthViewOption1

[54] Beispielsweise waren chinesische Touristen auf dem koreanischen Markt sehr wichtig, bis die Stationierung des Raketenabwehrsystems THAAD zu Boykotten führte (https://www.koreaherald.com/view.php?ud=20200702000547).

[55] Taiwan ist die technologische Weltmacht, die China gerne sein ist möchte.

[56] https://www.bfs.admin.ch/bfs/fr/home/statistiques/population/migration-integration/suisses-etranger.assetdetail.21764257.html

[57] https://www.sinoptic.ch/taiwan/eco/2020/20200518_TOSI_Taiwan_Rapport.economique.2019-de.pdf

[58] https://www.sinoptic.ch/taiwan/eco/2020/20200518_TOSI_Taiwan_Rapport.economique.2019-de.pdf